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Ordnung ist das halbe Leben - Oder was

18.09.2020 13:36

Die Themen Aufräumen, Entrümpeln und Ordnung schaffen beherrschen zurzeit die Medien. Denn es ist tatsächlich nachgewiesen, dass der Mensch weniger gestresst, ausgeglichener und zufriedener ist, wenn er in sich einer strukturierten Umgebung aufhält. Das bedeutet nicht, dass es klinisch rein sein muss und minimalistisch aussehen sollte, aber eine Grundordnung sollte da sein.

 

Warum ist Ordnung halten überhaupt sinnvoll?

Es gibt viele gute Gründe, warum es sinnvoll ist, Ordnung zu halten. Welches die richtige Motivation ist, muss jeder für sich entscheiden. Klar ist, ein Zuhause, in dem alles in Ordnung ist, wirkt sich auf vieles im Leben positiv aus.

  • Wo Ordnung herrscht wird bares Geld gespart und das aus verschiedenen Gründen. Einmal muss Stauraum meist teuer bezahlt werden. Ob neue Möbel zum Verstauen gesammelter Dinge oder eine Wohnraumerweiterung, alles kostet Geld. Es kann aber auch vorkommen, dass bestimmte Gegenstände im Chaos nicht mehr gefunden und dann neu angeschafft werden. Natürlich nur, um genau nach der Neuanschaffung, wie von Zauberhand wiederaufzutauchen. Bei der dritten Packung Toilettenpapier ist das noch nicht so dramatisch, aber wer braucht drei Toaster?
  • Wenn ganz klar geregelt ist, wo alles hingehört, wann aufgeräumt wird, wann Putztag ist und wer für was zuständig ist, gibt es zuhause auch weniger Streit. Weniger Streit bedeutet gleichzeitig auch mehr Harmonie. Und ein harmonisches Zusammenleben sorgt auf Dauer auf jeden Fall für mehr Zufriedenheit im Leben.
  • Dadurch, dass weniger herumliegt, ist es leichter, sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Es gibt weniger Ablenkung, Aufgaben können schneller erledigt werden. Die Kreativität wird in einer aufgeräumten Umgebung gefördert und neue Projekte können gestartet werden.
  • Wer nicht immer und überall alles Suchen muss, sondern die Sachen dort findet, wo sie hingehören, ist wesentlich produktiver. Schließlich kann die Zeit, die sonst zur Suche gebraucht wurde, jetzt für andere Dinge genutzt werden. Und auch die Energie, die eine solche Suche braucht, wird gespart. So bleibt mehr Energie für die schönen Dinge im Leben.
  • Die ständige Suche nach Gegenständen ist nicht nur zeit- und energieraubend, sie verursacht auch Unmengen an Stress. Wer ständig von Unordnung umgeben ist, hat auch immer die vielen Aufgaben im Kopf, die noch zu erledigen sind. Das stresst noch zusätzlich und fördert negatives Denken.
  • Durch regelmäßiges Aufräumen und Entrümpeln wird „loslassen“ trainiert. So fällt es auch in anderen Lebenslagern leichter, sich von energieraubenden Personen, schlechten Angewohnheiten, ungeliebten Verpflichtungen und negativen Gedanken zu lösen. Und plötzlich entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit und neuer Lebensfreude.
  • Die eingesparte Zeit kann wunderbar für sich selbst genutzt werden: Mal wieder mehr Sport treiben oder ein Tag in der Sauna. Hier sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Auch für Freunde und Familie bleibt mehr Zeit, die gemeinsam verbracht werden kann.
  • Ein ganz klarer Vorteil von einem aufgeräumten zuhause ist: Wo weniger rumsteht, lässt es sich einfacher aufräumen und reinigen. Wer beim Staubwischen und Boden putzen zig Sachen zur Seite räumen muss, braucht länger. Wie schön ist es, einfach mit dem Saubermachen loslegen zu können.
  • Wo es vorher wichtig war, dass Möbel möglichst viel Stauraum bieten, können in einem aufgeräumten und entrümpelten zuhause die Möbel nach Geschmack ausgewählt werden.
  • Staub und Co. fühlen sich in chaotischen Haushalten besonders wohl. Wer aufräumt, sorgt also nicht nur für ein ordentliches zuhause, er verbessert gleichzeitig die Sauberkeit und das Raumklima.
  • In einem aufgeräumten zuhause sind Gäste immer willkommen. Wer erst aufräumen muss, bevor jemand ins Haus darf, ist weniger spontan und verpasst im Zweifel einen schönen Abend mit Freunden oder ein vielversprechendes Date mit dem netten Nachbarn oder der netten Nachbarin.
  • Wer anfängt sein zuhause zu Entrümpeln und Aufzuräumen hat den ersten Schritt in Richtung einer positiven Veränderung gemacht. Das Leben in einem aufgeräumten zuhause wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus, so dass sich vieles im Leben verbessert. Wer das nicht glaubt, sollte es unbedingt ausprobieren.
 

Aller Anfang ist schwer, oder nicht?

Wer richtig gründlich aufräumen und sein zuhause neu strukturieren möchte, sollte sich ausreichend Zeit nehmen. Einfach nur Sachen zur Seite räumen und kurz saubermachen, führt nämlich schnell wieder zu Chaos. Am besten ist es, Raum für Raum vorzugehen und nicht nur aufzuräumen, sondern gleichzeitig auch zu Entrümpeln. Dabei ist es hilfreich, alle Dinge im Raum in drei Kisten oder auf drei Stapel zu sortieren:

  • Verkaufen & Verschenken: Hier kommt alles hin, was nicht mehr gebraucht wird, aber zu schade zum Wegwerfen ist. Viele Dinge lassen sich auf einem Flohmarkt oder online gut verkaufen, verschenken oder spenden.
  • Wegwerfen: Was nicht mehr in Ordnung ist, muss weg. Am besten sofort, damit es nicht weiterhin rumsteht.
  • Behalten: Dinge, die regemäßig in Gebrauch sind oder an denen das Herz hängt, müssen natürlich bleiben und einen festen Platz bekommen.
 

Was gehört wo hin?

Wenn alles im Haushalt einen festen Platz hat und sich wirklich jeder daranhält, alle Sachen immer wieder an genau dem vorgesehenen Platz abzustellen, ist das schon die halbe Miete für ein aufgeräumtes Zuhause. Bevor dieser Punkt erreicht ist, muss allerdings gut überlegt werden, welche Dinge wo hingehören. Denn die geschaffene Struktur sollte sinnvoll sein, damit jeder bereit ist, sich daran zu halten. Hier ein paar Tipps für mehr Ordnung im Haus:

  • Vorratsschränke und Küchenschubladen werden durch Körbe und durchsichtige Plastikbehälter übersichtlicher.
  • Drehbare Tabletts in Küchenschränken erleichtern die Suche nach Vorräten. So gerät ganz hinten nichts in Vergessenheit.
  • Magnetische Behälter für Gewürze können platzsparend und übersichtlich unter Küchenoberschränken angebracht werden.
  • Auch im Badezimmer bieten sich Magnetwände mit den passenden Behältern für die Organisation von Haargummis oder Hygieneartikeln an.
  • Eine hübsche Pinnwand eignet sich gut als Schmuckhalter. Allerdings ist auch Großmutters Schmuckkästchen nicht zu verachten.
  • Beschriftete Wäschesortierer helfen, den Überblick bei der Wäsche zu behalten und vermeiden Wäschehaufen im ganzen Haus. Aufkleber zum Beschriften sind online gut zu finden.
  • In Kommoden lassen sich die Schubladen durch einfache Holzlatten oder Körbe in mehrere Bereiche unterteilen, so dass die Wäsche darin nicht mehr durcheinander gerät.
  • Wer seine Handtücher, Bettwäsche, T-Shirts und Pullover einrollt, hat mehr Platz im Schrank.
  • Ein stummer Diener, eine Kleiderstange oder ein einfacher Stuhl im Schlafzimmer verhindert herumliegende Kleidung. Natürlich muss auch diese Ablagefläche regelmäßig aufgeräumt werden.
  • Es gibt großartige Bügel für Schals und Krawatten, so dass diese übersichtlich im Schrank hängen können und nicht bunt gemischt in einer Kiste oder Schublade.
  • Türen sind ideale Ordnungshelfer. Es gibt diverse Hängeaufbewahrungen, die hinter Türen „verschwinden“ und zum Bespiel Handtücher, Schuhe oder Schals sortieren.
  • Kabelhalter, -kanäle und -boxen sorgen für Ordnung an Schreibtisch und Fernseher.
  • Es ist durchaus sinnvoll im Flur eine Ablagefläche für Schlüssel und Geldbeutel zu schaffen, um beides im Blick zu haben, bevor das Haus verlassen wird.
  • Wer es nicht schafft, Papiere, Unterlagen und Korrespondenz sofort abzulegen, kann diese in passenden Kisten, Hängeregistern oder Ablagekästen zumindest vorsortieren und vermeidet so Papierstapel auf dem Esstisch oder im Regal.
  • Am besten ist es, für jedes Thema einen eigenen Ablageordner zu erstellen. Das ist übersichtlicher und erleichtert die Ablage.
 

Ordnung halten

Jetzt heißt es, die geschaffene Ordnung auch zu bewahren und nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Diese Tipps helfen dabei:

  • Es ist besonders wichtig, dass alle Dinge, die nun ihren festen Platz haben, auch immer wieder dort abgestellt werden. So etabliert sich der Platz langfristig und es besteht nicht die Gefahr wieder in alte Strukturen und vor allem ins Chaos zu verfallen.
  • Zudem sollte immer alles sofort weggeräumt werden, damit nichts zu lange herumliegt.
  • Bevor neue Dinge angeschafft werden, ist es sinnvoll vorab zu überlegen, wo Platz für die Neuanschaffung ist. Gibt es keinen passenden Platz, ist die Anschaffung vielleicht gar nicht nötig.
  • Nie mit leeren Händen gehen! Der Wäschekorb oder die benutze Tasse direkt dahin bringen, wo sie hingehören. So werden doppelte Wege gespart und es sieht auch direkt aufgeräumter aus, wenn nichts mehr rumsteht.
  • Wer schon während des Kochens aufräumt, hat nach dem Essen kein großes Chaos zu beseitigen.
  • Unangenehme Aufgaben wie Wäsche falten, spülen, Schreibtisch aufräumen oder Ablage, brauchen meist gar nicht so viel Zeit, wie gedacht. Wer sich jeden Abend eine halbe Stunde Zeit nimmt, um „Unangenehmes“ zu erledigen, merkt schnell, wie befreiend es ist, diese Aufgabe nicht mehr vor sich herzuschieben.
  • Oft reicht es schon, jeden Tag ca. 10 Minuten ins Aufräumen zu investieren, um die Grundordnung aufrecht zu erhalten.
 

Wohin mit wichtigen Dingen, die keinen festen Platz haben?

Natürlich gibt es auch Gegenstände, für die es auf den ersten Blick keinen perfekten Platz gibt. Hier ist es sinnvoll, eine und wirklich nur eine Schublade oder Kiste einzurichten, in denen solche Sachen gesammelt werden. Größere Gegenstände können in der Abstellkammer oder im Keller gelagert werden. Aber Achtung, auch hier sollte es eine Struktur geben, damit alles wieder schnell auffindbar ist.

 

Ordnung halten will gelernt sein

Nicht jeder ist ein Ordnungsfanatiker und nicht jedes Ordnungssystem passt zu jeder Persönlichkeit. Vor der Auswahl der richtigen Struktur sollte gut überlegt sein, ob diese zu einem passt, denn nur dann wird sich auch darangehalten. Außerdem ist es natürlich möglich, Ordnung halten zu lernen und dadurch mehr Struktur im Alltag zu schaffen.

 

Fünf Euro in die Putzkasse, bitte!

Was bei Kindern und auch im Vereinsleben funktioniert, funktioniert auch zuhause. Wird eine Sache nicht gemacht, folgt die Konsequenz. Hier kann zum Beispiel ein Geldbußen-Katalog eingeführt werden. Wurde das Bad diese Woche nicht geputzt: 5,00 € Strafe in die Kasse und zwar jeden Tag, bis das Bad wieder sauber ist. Entweder herrscht schnell eine Aufräum- und Putzroutine oder Ende des Jahres ist ein Urlaub angespart. Beides hat seine Vorteile.

 

Mit kleinen Schritten an Ziel

Ordnung zu halten fällt nicht jedem leicht, es gibt aber ein paar kleine Tricks, die zu einer besseren Routine verhelfen. Vielleicht ist ein Putzplan oder eine Verabredung zum Aufräumen die Lösung, um in Zukunft die geschaffene Ordnung beizubehalten. Wer dabei noch eine Checkliste abarbeitet, kann das Erledigte direkt abhaken und hat so ein Erfolgserlebnis.

 

Wo ist nur die Motivation hin?

Im stressigen Alltag kann es schnell passieren, wieder in alte Strukturen zu verfallen. Wichtig ist, dies nicht als großen Rückschlag zu werten und gleich komplett aufzugeben. Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Wer mehr Motivation braucht, sollte zuerst die Aufgaben erledigen, die leicht von der Hand gehen. Das schafft motivierende Erfolgserlebnisse, da sofort ein Ergebnis sichtbar ist.

 

Routine, Routine, Routine

Wer sich selber strukturiert und feste Aufräum- und Putzrituale einhält, wird schnell merken, dass sich eine Routine einfindet und sich vieles fast von selbst erledigt. Wie diese Routine aussieht, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass sie regelmäßig durchgeführt wird. Das kann ein Putztag in der Woche sein, das tägliche Aufräumen eines Zimmers oder ein regelmäßiger fester Termin zum Aussortieren.
Beim Aufräumen selbst sollten alle Dinge zuerst an ihren Ursprungsort gebracht werden, falls dieser sich noch nicht ganz etabliert hat. Wichtig ist hierbei, dass Gegenstände dort gelagert werden, wo sie auch benutzt werden. Um nicht vom großen Ganzen erschlagen zu werden, ist es empfehlenswert, die Aufgaben auf den kleinsten Bereich herunter zu brechen. Der Gedanke, das ganze Haus aufzuräumen löst bereits eine Panikattacke aus? Kein Problem. Dann wird erst einmal das Wohnzimmer aufgeräumt und auch da ist zuerst der Wohnzimmertisch dran, dann das Sofa und so weiter.

 

Noch Fragen?

Mit diesen Tipps und Tricks kann das große Aufräumen nun starten. Wer noch etwas mehr Unterstützung benötigt, kann sich einen der diversen Ratgebern besorgen oder sogar einen Coach buchen, der beim Aufräumen unterstützt. Los geht’s!